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Marbach Classics 2017
  • 28.06.2017

Marbach Classics 2017

Foto: Silke Busse

Die Anfänge des Haupt- und Landgestüts Marbach liegen im 16. Jahrhundert. In dieser Zeit waren „Rossebalette“ Höhepunkte des höfischen Lebens. 500 Jahre später hat der Tanz der Pferde nicht an Glanz verloren. Die Marbach Classics als moderne Interpretation des Pferdeballetts unter Mitwirkung der Württembergischen Philharmonie Reutlingen haben am Freitag und Samstag mit mehr als 2500 begeisternden Zuschauern die große Marbacher Reithalle einschließlich des letzten Sitzplatzes gefüllt.

Und schon wieder standen die Marbach Classics in Verbindung mit einem historischen Ereignis. 2014 wurde das Zusammenspiel klassischer Musik und traditioneller Reit- und Fahrkunst als festlicher Höhepunkt bei der 500-Jahr-Feier des Haupt- und Landgestüts Marbach inszeniert. Dieses Jahr lag der Fokus auf arabischen Vollblütern. Vor 200 Jahren hat König Wilhelm I. von Württemberg sein Königliches Privatgestüt Weil-Scharnhausen gegründet. Es war dies die erste Zuchtstätte in Europa, die sich der Zucht von arabischen Vollblütern gewidmet hat und deren Linien bis heute weiterbestehen. Sie wurde 1932 von Marbach übernommen.

Dieser geschichtliche Bezug lieferte gute Vorlagen für das Drehbuch der Marbach Classics 2017. Die Pferde, die Musik, das Essen, die Dekoration: „Im Jubiläumsjahr der Weil-Marbacher Vollblutaraberzucht wollten wir bei den Classics eine authentische orientalische Note hineinbekommen“, fasste Marbachs Gestütsleiterin Dr. Astrid von Velsen-Zerweck die Programmausrichtung zusammen.

Zum ersten Mal seit Bestehen dieses Kultur-Highlights hatte mit Georg Fritzsch ein Gastdirigent die musikalische Leitung in Marbach. Mit dem Ende seiner Tätigkeit als Chefdirigent der Württembergischen Philharmonie Reutlingen verabschiedete sich Ola Rudner auch von den Marbach Classics. Mit der Verpflichtung von Georg Fritzsch konnte ein Dirigent mit hoher musikalischer Reputation gewonnen werden, der darüber hinaus auch passionierter Reiter und Züchter ist. Fritzsch ging 1991 als Preisträger des Deutschen Dirigentenforums in Halle hervor, 1993 erhielt er das Stipendium der Herbert-von-Karajan-Stiftung, und nur fünf Jahre später folgte seine Berufung als Generalmusikdirektor des Philharmonischen Orchesters Südwestfalen sowie als Musikalischer Oberleiter des Theaters Hagen. Seit der Spielzeit 2003/04 ist er Generalmusikdirektor des Theaters Kiel.

International renommierte Pferdeleute bereicherten den hippologischen Programmteil der Marbach Classics. Keine geringere als Jana Mandana Lacey-Krone von Circus Krone stellte in einer Freiheitsdressur sechs aus Marbach stammende Vollblutaraberhengste in der Manege vor. Zudem kam mit Anja Beran eine Könnerin der klassischen Reitkunst auf die Alb, um zur Musik der Württembergischen Philharmonie Reutlingen Dressurlektionen von höchster Schwierigkeitsstufe zu präsentieren. Den Pferdepart überließ Marbach den Gästen nicht allein. In Anlehnung an das morgenländisch-abendländische Reiterfestspiel „Caroussel“ erinnerten Reiter des Gestüts in historischen Kostümen an ein großes gesellschaftliches Ereignis in Stuttgart aus dem Jahr 1846 anlässlich der Vermählung des Kronprinzen von Württemberg – des späteren Königs Karl I. – mit der russischen Zarentochter Großfürstin Olga Nikolajewna. "Caroussel“ strahlt die einstige Herrlichkeit des Abendlandes sowie den unwiderstehlichen Zauber von 1001 Nacht aus und zeigt die Schönheit der arabischen Pferdezucht von König Wilhelm I. von Württemberg.

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