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Landgestüt
  • 03.03.2017

Top-Profis verstärken das Ausbilder-Team in Marbach. Oliver Schaal kehrt zurück ins Ländle


Das Haupt- und Landgestüt Marbach und das Thema Ausbildung gehören einfach zusammen. Und das nicht nur, weil Baden-Württembergs Staatsgestüt Deutschlands größter Ausbildungsbetrieb für Pferdewirte ist. Auch die sportliche Förderung der Hengste wird in Marbach großgeschrieben und stetig optimiert.

Der jüngste Coup: Ab 1. April wird Oliver Schaal das Ausbilder-Team verstärken. Für den 51-jährigen Pferdewirtschaftsmeister der Fachrichtung Reiten ist es eine Rückkehr in die alte Heimat. Er stammt aus Tübingen, absolvierte seine Ausbildung im Haupt- und Landgestüt Marbach. Im Alter von 18 Jahren zog es ihn ins Münsterland – der Pferde wegen. Seine weitere Ausbildung genoss er bei Springprofi Kurt Gravemeier auf Hendrik Snoeks Gut Berl, aber auch im Dressursattel ist er zu Hause: Drei Jahre lang war er Bereiter an der Deutschen Reitschule in Warendorf, ein Jahr lang arbeitete er bei Dressurtrainer Klaus-Martin Rath.

Die meisten Erfolge allerdings feierte der Träger des Goldenen Reitabzeichens im Springsattel – rund 100 Siege in der schweren Klasse dürften in seiner Bilanz stehen, auch wenn er selbst bescheiden sagt, „gezählt habe ich sie nicht“. Seit 25 Jahren ist Oliver Schaal im Stall Gripshöver in Werne beschäftigt. „Das war eine tolle Zeit“, blickt er zurück, „ich habe ein super Verhältnis zur Familie“. Und er trug als Chefbereiter wesentlich zum Erfolg des Stalls bei, bildete Verkaufspferde und Hengste bis zur schweren Klasse aus und bereitete junge Pferde auf die Bundeschampionate vor. Mit Lutz Gripshövers legendärem Hengst Pontifex nahm er an einer Weltcup-Qualifikation teil, 2012 war er Westfälischer Meister der Springreiter, 2014 gewann er mit dem westfälischen Team die Deutsche Hallenmeisterschaft der Landesverbände, und noch Mitte Januar war er im Großen Preis von Münster, ein S****-Springen mit Stechen, vorne platziert.

Trotz aller Erfolge, die er mit den Gripshöver-Pferden feiern konnte, freut sich der Profi nun auf seine zukünftige Wirkungsstätte, den Gestütshof Offenhausen: „Ich finde es spannend, noch einmal neue Aufgaben zu übernehmen. Und ich habe bei meinen Besuchen in Marbach eine ganze Reihe junger, hoch talentierter Hengste gesehen, auf deren Förderung ich mich sehr freue“. Auch die Ausbildung zukünftiger Pferdewirte ist für ihn kein Neuland. „In die Ausbildung der Lehrlinge war ich auch bei Gripshövers eingebunden, wenn auch nicht in dem Umfang, wie ich das in Marbach sein werde“.

Auf der Schwäbischen Alb ist man froh über die Verstärkung. „Ich kenne Oliver Schaal schon lange, bin auch mal einige Wochen im Stall Gripshöver geritten. Das wird fachlich und menschlich passen“, ist sich Hauptsattelmeister Rolf Eberhardt sicher. Auch wenn der Leiter der Landesreitschule selbst im Parcours bis Klasse M erfolgreich war, sein Schwerpunkt ist die Dressur. Den Hauptprämienhengst HOCHFEIN beispielsweise hat er bis Intermédiaire I ausgebildet und erfolgreich vorgestellt, mittlerweile beherrscht der Hannoveraner Rappe v. His Highness-Feiner Stern Grand Prix-Lektionen. Rolf Eberhardt wird zusätzlich zu seinen Aufgaben an der Landesreitschule auch zukünftig Dressurunterricht im Gestüt geben.

Mit Georg Prause gehört ein weiterer Dressur-Spezialist nach wie vor zum Ausbilder-Team, auch wenn der Pferdewirtschaftsmeister, der seit 2014 in Offenhausen für die Aus- und Weiterbildung von Hengsten und Reitern zuständig war, zukünftig etwas kürzer treten wird. Als Honorartrainer bleibt er dem Haupt- und Landgestüt erhalten. „Das ist eine gute Lösung“, erklärt Georg Prause, der zwei Jahre lang Trainer der japanischen Dressur- und Vielseitigkeitsreiter, später Landestrainer des Berliner Dressurkaders war, rund 15 Jahre eine eigene Anlage bei Köln betrieb und nun in Spanien seinen Ruhestand genießen wird.

„Ich bin deshalb zeitlich sehr flexibel und kann meine Trainertätigkeit nach den Veranstaltungsschwerpunkten Marbachs ausrichten“, erläutert er das Konzept. „Es ist schön, dass die gute, freundschaftliche Zusammenarbeit auch mit Rolf Eberhardt und Karl Single weitergeführt werden kann. Kontinuität ist wichtig bei der Ausbildung von Pferden und Reitern.“

Auf Kontinuität setzt auch Karl Single. Der Hauptsattelmeister, der schon seine Ausbildung im Haupt- und Landgestüt absolvierte, von 1984 bis 2000 Leiter der Landesreitschule war und seitdem Ausbildungsleiter des Gestüts ist, hat zahlreiche Ausgaben, zu denen auch die Trainingsleitung der Hengstleistungsprüfungen gehört. Außerdem ist er nicht nur im Vorfeld der Gestütsauktionen, sondern ganzjährig als Ansprechpartner für die Pferdeverkäufe des Gestüts zuständig.

In zwei Jahren geht Single, der Pferdewirtschaftsmeister sowohl der Fachrichtung Reiten als auch in Zucht und Haltung ist und sich auch im Prüfungsausschuss für Pferdewirte engagiert, in Pension. Diese Zäsur will vorbereitet sein: „Es ist gut, dass auch die Förderung unserer Auszubildenden auf mehrere Schultern verteilt ist. Und dass ich allmählich den einen oder anderen Part meines Aufgabenbereichs abgeben kann. So ist gewährleistet, dass die gute Qualität der Ausbildung in Marbach auch zukünftig garantiert werden kann.“

Karl Single ist auch der Chef des Marbacher Reitkommandos, das ebenfalls verstärkt wird: mit Eva-Maria Lühr, einer Springreiterin, die nicht nur im baden-württembergischen Sport eine feste Größe ist. Zusammen mit ihrem Vater Heinz W. Hauke betreibt die 36-Jährige eine Anlage in Pfalzgrafenweiler im Schwarzwald. Ihre Ausbildung absolvierte sie in Schleswig-Holstein, und auch ihr Revers ziert das Goldene Reitabzeichen. Erfolge feierte sie im Vielseitigkeitssattel bis hin zur Qualifikation fürs Bundeschampionat und in Springen bis S***.

Für sie ist es eine spannende Herausforderung, zukünftig Teil eines großen Teams zu sein. „Ich bin sicher, dass ich meine berufliche Erfahrung in Marbach einbringen kann. Und natürlich freue ich mich auf die Chance, in einem so renommierten Gestüt arbeiten zu können, und nicht zuletzt auf die Arbeit mit vielversprechenden, jungen Springhengsten und blutgeprägten Pferden“.

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