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Ausbildung zum Pferdewirt ist international
  • 22.12.2016

Ausbildung zum Pferdewirt ist international

Hengstparade 2016 (Foto: Lenski)

Die Ausbildung zum Pferdewirt wird internationaler: Auszubildende des Haupt- und Landgestüts Marbach profitieren vom ERASMUS-Programm der Europäischen Union und absolvieren einen Auslandsaufenthalt in europäischen Staatsgestüten. In Portugal und Finnland lernen und erfahren die Auszubildenden kulturell und wirtschaftlich geprägte Unterschiede in der Pferdehaltung und -zucht kennen. Auch Ausbilder des Gestüts bilden sich im europäischen Ausland zu neuen Lehrinhalten fort.  
„Für mich war es eine wichtige Erfahrung“, berichtet Azubi Hanna Oelkrug, die kürzlich von einem vierwöchigen Aufenthalt aus Finnland zurückgekehrt ist. Das Gestüt Marbach bietet seit diesem Jahr seinen Auszubildenden die Möglichkeit die Ausbildung zum Pferdewirt durch einen Auslandsaufenthalt auf einem europäischen Staatsgestüt im Verbund der ESSA (European State Stud Association) zu ergänzen. Vier Wochen können die Auszubildenden im finnischen Ypäjä Equine College oder dem portugiesischem Nationalgestüt Alter Real verbringen und werden in praktischen und theoretischen Bereichen der Zucht, Haltung und der Reitausbildung unterrichtet. Das Equine College in Ypäjä, Finnland, ist eine der größten Ausbildungsstätten im Pferdesektor europaweit und Ausbildungszentrum der Nationalen Finnischen Reiterequipe. Das Nationalgestüt Alter Real in Portugal nimmt eine Vorreiterrolle im Bereich Zucht ein, da hier die größte Genreserve für Lusitanos weltweit geführt wird. „In Finnland kommen teilweise ganz andere Techniken zum Einsatz. Für meine weitere berufliche Entwicklung war es sehr gut, andere Konzepte im Pferdemanagement kennenzulernen“, Hanna Frau Oelkrug ihre Eindrücke zusammen.
Dies bestätigt auch Frau Dr. Astrid von Velsen-Zerweck, Landoberstallmeisterin im Haupt- und Landgestüt Marbach, die zugleich Präsidentin der ESSA ist. „Die Pferdewirtschaft spielt sich immer mehr auf internationalem Level ab“. Bereits sechs Auszubildende ergänzten ihre Ausbildung im Jahr 2016 mit einem Auslandsaufenthalt. „Mit diesem Angebot eröffnen wir unseren Auszubildenden in der Pferdewirtschaft zusätzliche Perspektiven und erweitern ihre Kompetenzen für den Arbeitsmarkt“, so von Velsen-Zerweck. „Die enge Zusammenarbeit mit den anderen Staatsgestüten in Europa ermöglicht den jungen Leuten neue Perspektiven.“ Das neue Angebot wird gefördert von der Europäischen Union im Rahmen des Förderprogramms Erasmus+ für Mobilität in der Berufsbildung. Das Projekt endet im Mai 2017, es wird aber eine Verlängerung angestrebt, um den Austausch auf europäischer Ebene weiter auszubauen und zu vertiefen.
Das Haupt- und Landgestüt Marbach ist größter Ausbildungsbetrieb für Pferdewirte in Deutschland. Außerdem werden Landwirte und Hufschmiedepraktikanten im ältesten staatlichen Gestüt Deutschlands ausgebildet. Auch für Schüler und Studierende besteht die Möglichkeit im Rahmen eines Berufsorientierungspraktikums oder studienbegleitend Einblicke in das Gestüt und Tätigkeiten in der Pferdebranche und Landwirtschaft zu erhalten.
Zudem laufen die Fäden des ESSA Netzwerks unter der Präsidentschaft von Dr. Astrid von Velsen-Zerweck in Marbach zusammen. Die Nationalgestüte dokumentieren in einzigartiger Weise die sozialen und gesellschaftlichen Entwicklungen der europäischen Geschichte und dienen der Pflege des lebendigen kulturellen und natürlichen Erbes Pferd. Mit dem Erhalt der Vielfalt der Pferderassen leisten die staatlichen Gestüte zudem einen wichtigen Beitrag zur biologischen Vielfalt.

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