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06.10.2016

Berufsausbildung Pferde

Neue Meisterprüfungsverordnung im Beruf Pferdewirt/in.​


Neue Meisterprüfungsverordnung im Beruf Pferdewirt/in

Sabine Kästing und Sigrid Meng vom Regierungspräsidium Karlsruhe stellen die neue Meisterprüfungsverordnung und deren Inhalte vor.

Fünf Jahre nach Veröffentlichung der novellierten Ausbildungsverordnung zum Pferdewirt/ zur Pferdewirtin tritt zum 01.01.2016 die „Verordnung über die Meisterprüfung zum anerkannten Fortbildungsberuf Pferdwirtschaftsmeister“ in Kraft.

Auf Bundesebene waren viele Sitzungen notwendig, um eine Verordnung zu kreieren, die sowohl den Vorgaben an neue Meisterprüfungsverordnungen als auch den Ansprüchen der Verbände gerecht werden.

Im Folgenden möchten wir die Inhalte/Änderungen etwas erläutern:

1. Ziel der Meisterprüfung

Im § 1 der Verordnung werden die Ziele definiert, die mit dem Abschluss der Meisterprüfung nachzuweisen sind:

In der Prüfung sollen die Kandidaten eine erweiterte berufliche Handlungsfähigkeit nachweisen. Außerdem sollen sie ein Unternehmen der Pferdewirtschaft eigenverantwortlich führen, sowie Leitungsaufgaben ausüben können.

Wenn auch ein Vergleich zur bisherigen „Verordnung über die Anforderungen an der Meisterprüfung für den Beruf Pferdewirt“ vom 04.02.1980 mühselig ist, lassen sich in der Zielsetzung doch deutliche Unterschiede feststellen. Damals sollte festgestellt werden, ob der Kandidat „einen Betrieb... selbstständig führen kann, die dort vorkommenden Arbeiten meisterhaft ausgeführt werden und Auszubildende ordnungsgemäß ausbilden kann“.

Die neuen Meisterinnen und Meister sind somit vor allem Unternehmer und nicht Mitarbeiter mit „Meisterniveau“.

2. Fachrichtungen

Die Fortbildung Pferdewirtschaftsmeister/in wurde der Berufsausbildung angepasst, sodass man sich in den folgenden fünf Fachrichtungen zur Meisterprüfung anmelden kann:

1. Pferdehaltung und Service

2. Pferdezucht

3. Klassische Reitausbildung

4. Pferderennen

5. Spezialreitweisen

3. Voraussetzungen für die Zulassung zur Prüfung

Im Vergleich zur bisherigen Verordnung haben sich die Zulassungsvoraussetzungen nicht geändert:

Zur Meisterprüfung wird zugelassen, wer folgendes nachweist:

  • im Beruf Pferdewirt die Abschlussprüfung bestanden hat und danach eine mindestens zweijährige Berufspraxis in der Pferdewirtschaft

oder

  • in einem anerkannten landwirtschaftlichen Beruf die Abschlussprüfung bestanden hat und danach eine mindestens dreijährige praktische Tätigkeit in der Pferdewirtschaft

oder

  • eine mindestens fünfjährige Berufspraxis in der Pferdewirtschaft

nachweist.

4. Gliederung der Meisterprüfung

Die neue Meisterprüfungsverordnung umfasst folgende drei Prüfungsteile:

1. Pferdehaltung , Pferdeeinsatz, Pferdezucht und Dienstleistungen

2. Betriebs- und Unternehmensführung

3. Berufsausbildung und Mitarbeiterführung

Da es bei den Prüfungsanforderungen und Prüfungsinhalte im Teil 3 „Berufsausbildung und Mitarbeiterführung“ keine Änderungen gegenüber der bisher geltenden Verordnung gibt, wird dieser Teil nicht weiter beschrieben. Bereits seit letztem Jahr wird in allen landwirtschaftlichen Berufen der Teilbereich „Mitarbeiterführung“ durch eine Fallstudienprüfung abgedeckt.

5. Umsetzung der Meisterprüfungsverordnung

Das Regierungspräsidium Karlsruhe als zuständige Stelle für die Durchführung der Meisterprüfung im Beruf Pferdewirt/Pferdewirtin beschäftigt sich seit Jahresbeginn intensiv mit der Umsetzung der neuen Verordnung.

Im Oktober 2016 hat der erste Vorbereitungslehrgang begonnen.

Im Gegensatz zur Meisterprüfung nach der bisherigen Verordnung hat sich die Laufzeit von 9 Monaten auf jetzt 18 Monate deutlich verlängert. Aus diesem Grund werden die Vorbereitungslehrgänge in Zukunft voraussichtlich nur noch im 2-jährigen Rhythmus stattfinden.

Regierungspräsidium Karlsruhe

Sabine Kästing, Sigrid Meng



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