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06.10.2016

Schwarzwälder Kaltblut

Genetische Diversität beim Schwarzwälder Kaltblut​


Schätzung der genetischen Diversität der Schwarzwälder Kaltblutpopulation anhand von Pedigreedaten

Maarit Müller-Unterberg1, Sandra Wallmann1 und O. Distl (Institut für Tierzucht und Vererbungsforschung, Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover)

Zusammenfassung

In dieser Arbeit soll die genetische Variabilität der Schwarzwälder Kaltblutpopulation analysiert werden. Dafür lagen die Pedigreedaten von insgesamt 7.058 Pferden vor. Die Referenzpopulation mit 3.309 Tieren beinhaltete alle zwischen 2000 und 2010 geborenen Pferde. Außerdem wurden alle Zuchthengste und Zuchtstuten, die in dieser Zeit geboren wurden, als Teilreferenzpopulationen untersucht. Der durchschnittliche Inzuchtkoeffizient für die Referenzpopulation mit 3.309 Pferden lag bei 9,12%, für die Zuchthengste mit 29 Tieren bei 8,14% und für die Zuchtstuten mit 400 Tieren bei 8,95%. Die Inzuchtrate betrug 2,18%. Die effektive Anzahl an Gründern erreichte 29 Tiere, bei den Hengsten 30 und bei den Stuten 28. Die effektive Populationsgröße der Referenzpopulation des Schwarzwälder Kaltbluts betrug 33,6. Das Verhältnis zwischen der Anzahl effektiver Gründer und effektiver Ahnen betrug 2,9 für die Referenzpopulation, 3,0 für die Zuchthengste und 2,8 für die Zuchtstuten. Die Genanteile waren zu 60% auf das Schwarzwälder Kaltblut zurückzuführen. Danach folgten die Noriker mit einem Anteil von 4%. Die Hengste Militär und Retter wiesen mit 22,3 und 13,5% die höchsten Genanteile in der Referenzpopulation auf.

Schlussfolgerung

Das Schwarzwälder Kaltblut ist aufgrund der ermittelten Populationsparameter in Übereinstimmung mit der FAO (2008) als ein in ihrem Bestand gefährdete Haustierrasse einzuordnen. Bei den Zuchthengsten ist die genetische Diversität der Gründertiere gut erhalten, während auf Zuchtstutenseite deutlich mehr Gründergenome verloren gingen. Um die Verbesserung der Inzucht für Folgegenerationen zu unterstützen, ist die Bereitstellung von Anpaarungsplänen vor allem für die Zuchtstuten erforderlich. 

Eine effektive Umsetzung erfordert eine intensive Beratung der Züchter, um insbesondere die Zuchtstuten entsprechend ihrer repräsentierten Gründergenome gleichmäßiger einzusetzen.



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